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"Es darf keine Sprachlosigkeit entstehen"

Veröffentlicht am 21.08.2016 in Integration

M.Tanli, D.Zöller, E.Çakar, H.Köker, B.Daldrup, S.Kemerli, S.Ulusoy,C.Tutumlu, I.Danismaz

Ahlen. Kreis Warendorf. Noch vor dem blutigen Terroranschlag in der Türkei  vom Wochenende hat SPD-MdB Bernhard Daldrup unter anderen türkischer Mitbürger eingeladen, um über die angesprannte Situation im deutsch-türkischen Verhältnis zu sprechen. 

Die aufgeheizte politische Lage in der Türkei hat auch in Deutschland zu einer intensiven Debatte und Polarisierung geführt. "Ich will nicht, dass es zur Sprachlosigkeit kommt, an deren Ende dann Verständnislosigkeit stehen könnte." Bernhard Daldrup, SPD-Bundestagsab­geordneter und Mitglied der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag, hat deshalb türkische Mitbürger aus unterschiedlichen Richtungen zum Dialog eingeladen.

Im Ahlener Stadtcafè wurde ebenso über die Lage in der Türkei wie auch über die Stimmung in Deutschland dis­kutiert. "Längst beigelegt geglaubte Konflikte brechen wieder auf wie zum Beispiel die doppelte Staatsbürgerschaft", so einer der Teilnehmer. In Deutschland hätten viele nicht verstanden, wie tief die türkischen Verletzungen durch die Satire von Jan Böhmermann waren, die sich keineswegs nur auf den türkischen Präsidenten, sondern gegen das türkische Volk gerichtet hätten, gab ein anderer Teilnehmer in die Runde. 

Überhaupt spiele die unterschiedliche Kultur in beiden Ländern eine zentrale Rolle. Erdogan gebe vielen Menschen ein Selbstwertgefühl, dass ihnen in Deutschland, trotz jahrzehntelanger Integrati­onspolitik, nicht vermittelt worden sei. Damit sei nicht die Zustimmung zu Erdogans Politik verbun­den, im Gegenteil wurden politische Verfolgung und die deutlich eingeschränkte Pressefreiheit in der Türkei durchaus kritisiert. Aber auch in Deutschland werde eine objektivere Berichterstattung erwartet.   

Einige zeigten sich überrascht von der Schärfe, die schnell in die Diskussion nach Böhmer­mann, Armenien-Resolution und Putsch gekommen sei. Exemplarisch wurde auf die Debatte um ein Burka-Verbot hingewiesen. Auch wenn man die Vollverschleierung ablehne, habe die Debatte aus der CDU nichts mit den wirklichen Herausforderungen der inneren Sicherheit zu tun. Bernhard Daldrup berichtete von Anfeindungen, denen sich türkischstämmige Abgeordnete im Bundestag ausgesetzt fühlten und die für ihn keinesfalls akzeptabel seien.

Leider sei die aktuelle Lage auch ein Zeichen dafür, wie langsam die Integrationspolitik vorangekom­men sei, viele Türken in Deutschland hätten weder in Deutschland ein Heimatgefühl noch in der Tür­kei. Um so mehr würde die harte und provokante Haltung Erdogans bei diesen Menschen verfangen. Kritisch gesehen wurde aber auch, die zögerliche Haltung Deutschlands gegenüber den Putschisten in der Türkei. "Hier stand die Demokratie zur Disposition", so ein Teilnehmer, "und es hätte sicher nicht weniger Verhaftungen und Verfolgungen gegeben, wenn dieser Putsch nicht niedergeschlagen wor­den wäre. Dieser versuchte Militärputsch ist von der Bevölkerung zurückgeschlagen worden." Ein Teilnehmer berichtete von Verhaftungen aus der eigenen Verwandtschaft durch die türkische Regie­rung; die Betroffenheit reiche bis tief in die Gesellschaft. Dennoch stehe man zur Demokratie und nicht zum Militärputsch.

Kritisch wurde auch die Rolle der Gülen Bewegung gesehen: "Es war klar, dass die einstigen Verbün­deten Erdogan und Gülen irgendwann zu Gegnern würden." In der Gülen-Bewegung sahen die Gesprächspartner eine Gefahr für die türkische Gesellschaft und Demokratie, selbst wenn man eine Distanz zu Erdogan habe.

Nach dem hier nur teilweise wiedergegebenen Diskussionen wies Bernhard Daldrup darauf hin, dass er das Rad nicht zurückdrehen wolle. Weder beim Doppelpass noch bei der europäischen Orientie­rung der Türkei dürfe man die bisherige Linie verlassen und in Nationalismen zurückfallen. Die an­gespannte Diskussion in Deutschland zeige, dass es sowohl auf türkischer als auch auf deutscher Seite nach wie vor riesige Aufgaben gebe: Deutschland müsse den hier lebenden Türken ebenso den Zugang zu Bildung, Ausbildung und sozialem Aufstieg ermöglichen wie die türkische Bevölkerung aus der gesellschaftlichen Lethargie kommen müsse und Deutschland nicht als ein fremdes Land begrei­fen dürfe. Nach der gut zweieinhalb stündigen Diskussion gab es weiterhin viele Fragen und Themen, die weiter verfolgt werden sollen, die Debatte werde weitergehen. Alle anwesenden dankten dem Abgeordneten, dass er das Gespräch gesucht habe, dieser Weg sei ohne Alternative.

 
 

Homepage Bernhard Daldrup

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